Was ist Eigenfett-Transfer?
Beim Eigenfett-Transfer (autologes Fat Grafting, Lipofilling) wird körpereigenes Fett aus einem Spenderareal mit feinen Kanülen aspiriert, behutsam aufbereitet und an mehreren Mikro-Depots in das Zielareal injiziert. Das Verfahren geht in seiner heutigen Form auf die Coleman-Technik zurück und ist in der plastischen Chirurgie seit Jahrzehnten klinisch etabliert.
Im Gegensatz zu Hyaluronsäure-Filler kommt kein Fremdstoff zum Einsatz — das transplantierte Fett ist genetisch und immunologisch identisch mit dem Empfängergewebe. Allergische Reaktionen sind ausgeschlossen, biokompatibel ist es per Definition. Bei erfolgreicher Vaskularisation überleben die Fettzellen dauerhaft.
Wie der Eingriff abläuft
Der Eingriff erfolgt in drei Schritten: Erstens die {Aspiration}: Spenderareal ist typischerweise Bauch, Hüfte, Innenschenkel oder Reiterhose; mit feinen Liposuktions-Kanülen (Durchmesser 2–3 mm) wird unter geringem Unterdruck Fettgewebe schonend gewonnen. Zweitens die {Aufbereitung}: das Aspirat wird filtriert oder behutsam zentrifugiert, sodass intakte Fettzellen von Blut, Anästhesielösung und beschädigten Zellen getrennt werden. Drittens die {Mikro-Injektion}: das gereinigte Fett wird mit sehr feinen Kanülen in viele kleine Depots im Zielareal verteilt — entscheidend für die Einwachsrate ist die kleine Depotgröße, weil jede Fettzelle eine eigene Blutversorgung aufbauen muss.
Je nach Volumen und Lokalisation dauert der Eingriff zwischen 60 und 180 Minuten und wird in lokaler Betäubung, Dämmerschlaf oder Vollnarkose durchgeführt — die Anästhesiewahl besprechen wir im Erstgespräch (100 €).

Vorteile gegenüber Hyaluronsäure-Filler
Eigenfett ist körpereigen — keine Fremdstoffe, keine Allergie-Möglichkeit, keine zugelassenen Wirkstoff-Höchstmengen wie bei injizierbaren Präparaten. Bei guter Annahme ist das Ergebnis dauerhaft; Hyaluron resorbiert nach 6 bis 18 Monaten und erfordert regelmäßige Auffrischungen.
Außerdem ergibt sich ein {Doppelnutzen}: das Spenderareal — meist eine Region, an der ein moderater Fettüberschuss besteht — wird gleichzeitig konturiert. Bei kombinierten Indikationen (Wangen aufbauen + Hüften reduzieren) lässt sich beides in einer Sitzung erreichen.
Eigenfett ist außerdem {ergiebig}: in einer Sitzung können mehrere Areale behandelt werden, was bei reinen Filler-Behandlungen aufgrund der Wirkstoff-Höchstmengen oft mehrere Termine erfordert.
Resorptionsrate — realistische Erwartung
Eine {Resorptionsrate von 30 bis 50 Prozent} ist typisch: nicht jede transplantierte Fettzelle baut innerhalb der kritischen ersten 7 bis 14 Tage eine eigene Blutversorgung auf. Was nicht einwächst, baut der Körper über die folgenden Wochen ab. Was einwächst, bleibt dauerhaft.
Wir planen die initiale Volumenmenge entsprechend mit einer {Überkorrektur}: 30 bis 50 Prozent mehr Fett als das gewünschte Endvolumen, weil ein Teil resorbiert. Das Endergebnis stabilisiert sich nach drei bis sechs Monaten und ist anschließend nicht mehr volumenvariabel — die noch vorhandenen Fettzellen verhalten sich genauso wie der Rest des Körperfetts (sie verändern Volumen bei starker Gewichtszunahme oder -abnahme, aber bauen sich nicht spontan ab).
Bei manchen Patient:innen ist nach 3 bis 6 Monaten eine {zweite Sitzung} sinnvoll, um die finale Kontur zu erreichen — besonders bei größeren Volumenzielen wie der Eigenfett-Brustvergrößerung.
Wo Eigenfett-Transfer eingesetzt wird
Im {Gesicht}: Wangen (Wangenknochen-Hervorhebung und Mittelgesichts-Volumen), Schläfen (altersbedingte Eintiefung), Tränenrinne (sehr selektive Indikation — feine Handführung erforderlich), Kinn (Konturierung), Lippen (Volumenaufbau mit körpereigenem Material statt Hyaluron). Eigenfett im Gesicht eignet sich besonders für Patient:innen, die das Fremdstoff-Konzept des Hyaluron-Fillers grundsätzlich ablehnen.
An der {Brust}: Eigenfett-Brustvergrößerung als Alternative zu Implantaten — narbensparend, körpereigen, etwa eine halbe Cup-Größe Volumenzuwachs pro Sitzung. Auch zur Konturierung nach Brustoperationen oder zum subtilen Volumenausgleich bei Asymmetrien.
Am {Körper}: nach einer Liposuktion kann Eigenfett zur Konturierung benachbarter Areale verwendet werden — z. B. zur Verfeinerung der Po-Form oder zur Korrektur kleiner Dellen nach Trauma oder Vor-OP.
Wann Eigenfett-Transfer NICHT sinnvoll ist
Bei {sehr schlanken Patient:innen} ohne ausreichendes Spenderareal — wenn der BMI unter 19 liegt oder kein moderater Fettpolster vorhanden ist, fehlt das Ausgangsmaterial. Hier ist Hyaluronsäure oft die bessere Wahl.
Bei {sehr dünner Haut über knöchernen Strukturen} (z. B. Stirn) ist die Konturführung mit Eigenfett schwieriger als mit Hyaluron, weil sich die Mikro-Depots durch die dünne Haut palpieren lassen. Hier bevorzugen wir oft Hyaluron oder eine Kombination.
Bei {fortgeschrittener Hauterschlaffung} im Gesicht ist Volumenaufbau allein nicht ausreichend — hier ist ein {Facelift in SMAS-Technik} der eigentliche Eingriff. Eigenfett kann ergänzend Mittelgesichts-Volumen aufbauen, ersetzt aber nicht die Straffung der erschlafften Strukturen.
Erholung und Resultat
Nach dem Eingriff sind {beide Areale} — Spender und Empfänger — für 7 bis 14 Tage geschwollen. Im Spenderareal ist die Schwellung wie nach einer kleinen Liposuktion: blau-grünliche Verfärbung, Druckempfindlichkeit, Kompression über 2 bis 4 Wochen. Im Empfängerareal — typischerweise im Gesicht — ist die Schwellung ein gewünschter Teil des Heilungsprozesses: das Volumen wirkt anfangs deutlich größer als das Endergebnis.
Soziale Erholung 1 bis 2 Wochen; sichtbare blaue Flecken nach 10 bis 14 Tagen abgeklungen. Sport-Wiederaufnahme nach 4 Wochen. Endgültige Beurteilung des Ergebnisses nach {3 bis 6 Monaten}, wenn die Resorption abgeschlossen ist.
Häufige Fragen
Was kostet Eigenfett-Transfer? Die Kosten hängen vom Volumen, der Anzahl der Areale und dem Anästhesie-Umfang ab und werden im persönlichen Erstgespräch (100 €) konkret kalkuliert. Alle Preise sind Ab-Preise, netto, zzgl. 19 % USt; Klinikgebühren werden separat ausgewiesen.
Wie lange dauert das Endergebnis? Bei erfolgreicher Annahme {dauerhaft} — die eingewachsenen Fettzellen verhalten sich wie der übrige Körperfett-Bestand. Hyaluron im Vergleich hält 6 bis 18 Monate.
Brauche ich eine zweite Sitzung? In etwa 20 bis 30 Prozent der Fälle ist nach 3 bis 6 Monaten eine zweite Sitzung sinnvoll, um die Zielkontur zu erreichen — besonders bei größeren Volumenzielen wie der Eigenfett-Brustvergrößerung. Bei reinen Gesichts-Indikationen genügt meist eine Sitzung.
Eigenfett oder Hyaluronsäure — welche Methode ist besser? Es kommt auf die Indikation an. Hyaluron ist erste Wahl bei punktuellen Volumenindikationen, sehr feinen Linien, bei sehr schlanken Patient:innen und wenn ein {reversibles} Ergebnis gewünscht ist (Hyaluron lässt sich mit Hyaluronidase auflösen, Eigenfett nicht). Eigenfett ist erste Wahl bei größeren Volumenindikationen, bei Wunsch nach körpereigenem Material und wenn ein dauerhaftes Ergebnis das Ziel ist.
Welche Erfahrungen gibt es mit Eigenfett im Gesicht? Patient:innen berichten typischerweise von einem natürlich wirkenden Volumenaufbau ohne das „Filler-Gefühl“ — die behandelten Areale fühlen sich an wie körpereigenes Gewebe, weil sie es nach erfolgreicher Annahme auch sind. Die initiale Überkorrektur kann in den ersten Wochen zu „voll“ wirken; das ist erwünscht und stabilisiert sich nach 3 bis 6 Monaten zum Endvolumen.





